Trefort (Aug.), ungar. Staatsmann und Publizist, von franz. Abkunft, wurde 1817 zu Homonna im Zempliner Komitat geboren; nachdem er die juridischen Studien in Pest beendigt, trat er 1837 bei der ungar. Hofkammer (der obersten Finanzlandesbehörde) in den Staatsdienst, den er jedoch bald verließ, um sich ausschließlich nationalökonomischen, polit. und histor. Studien zu widmen. Seiner Initiative verdankte 1840 der Pester Kunstverein seine Entstehung; mit Baron Joseph Cötvös und Lad. Szalay verband er sich zur Herausgabe Studien o) 1840. Im J. 1844 trat er in die Redaction des Kossuthschen «Pesti Hirlapo ein. Er wurde einer der eifrigsten Vertreter der polit. Reformprinzipien, die nach Umwandlung der ungar. Verfassung und Verwaltung im Sinne des westeurop. Liberalismus strebten. Seit 1843 gehörte T. auch dem Landtage an. Im J. 1848 übernahm er im neuen Ministerium für Ackerbau, Industrie und Handel die Stelle eines Unterstaatssekretärs, die er jedoch niederlegte, als die Revolution zum Ausbruch kam. Im J. 1860 wurde er zum Vizegespan des Bekeser Komitats erwählt und seit 1861 ist er Mitglied des Reichstags. Im J. 1872 übernahm er das Portefeuille eines Ministers für Kultus und Unterricht, das er seitdem bekleidet. T. gilt für einen Freund deutscher Bildung und deutschen Unterrichts. Seine gesammelten „Reden und Studieno sind 1883 auch in deutscher Sprache erschienen. Mitglied der Ungarischen Akademie ist T. seit 1841; 1885 wurde er zum Präsidenten derselben erwählt. Vgl. Schwicker, aZehn Jahre Unterrichtsministero (in der Ungarischen Revues, Budapest 1883).