FeedTagfalter (Khopalocera s. Diurna)
TierreichBrockhaus 1882

Tagfalter (Khopalocera s. Diurna), eine ausgebreitete, aus ungefähr 430 Gattungen und 8000 Arten bestehende Familie der Großschmetterlinge, welche zwar auf der ganzen Erde Repräsentanten hat, in den Tropen aber und ganz besonders in Südamerika, das allein 200 ganz eigentümliche Gattungen aufweist, ganz unverhältnismäßig stark entwickelt ist. Die T. sind meist mittelgroße bis große Schmetterlinge, mit an der Spitze verdickten Fühlhörnern, kleinem, dünnem Leibe, großen, breiten Flügeln, die in der Ruhe senkrecht über den Körper zusammengeklappt werden. Meist sind sie oben schön gefärbt, während die Unterseite matte Schutzzeichnungen besitzt; sie sind Ausgeburten des Lichts und Kinder der Sonnev (Goethe). Ihre Raupen sind sechzehnfüßig, selten behaart, öfters dornig, und besitzen bisweilen ganz abenteuerliche, an Schnecken und Asseln erinnernde Gestalten. Die Puppen sind frei, ohne Gespinst, meist außerhalb der Erde, oft blasig aufgetrieben oder eckig mit lebhaft metallisch glänzenden Flecken. Man teilt sie in 16 Familien, von denen folgende hervorzuheben sind: Satyridae, Sandaugen, zu denen das Damenbrett Melanargia Galatea, Tafel: Insekten II, Fig. 13) gehört; Nymphalidae, eine sehr zahlreiche kosmopolitische Familie mit verhältnismäßig vielen und bekannten deutschen Arten, z. B. dem Admiral (Vanessa Atalante, Fig. 8), dem weißen C (Vanessa C-album, Fig. Y), dem großen Eisvogel (Limenitis populi, Fig. 10), dem Silberstrich (Argynnis Paphia, Fig. 11), dem Spitzwegerichfalter (Melitaea Cinxia, Fig. 12) u. a. m.; Lycaenidae, Bläulinge, hierher gehören Polyommatus Phlacas (Fig. 6) und Thecla betuli (Fig. 7); Papilionidae, Segler, mit dem Apollo (Parnasius Apollo, Fig. 3), dem Schwalbenschwanz (Papilio Machaon, Fig. 4) und prachtvollen tropischen Arten (unter andern Papilio Brookeana, Fig. 1); Pieridae, Weißlinge (s. d.), zu denen der Aurorafalter (Anthocharis cardamines, Fig. 4) und der Citronenvogel (Rhodocera rhamni, Fig. 5 gehören, und endlich die Hesperidae oder Dickköpfe. über T. schrieben besonders J. A. Bois-Duval, E. Doubleday und Westwood, W. Hewitson, Kirby u. a. m.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 445Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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