Takt heißt in der Musik eine gleichmäßige Zeitabteilung in der fortschreitenden Bewegung der Töne. Dieses Gleichmaß hat nach der Verschiedenheit seiner Glieder eine verschiedene Bedeutung; daher die Taktarten. Hiernach gibt es zunächst eine gerade Taktart, deren Glieder eine gerade Zahl bilden, und eine ungerade Taktart, deren Glieder eine ungerade Zahl haben. Einfach ist jene, wenn sie aus zwei, diese, wenn sie aus drei Hauptzeiten besteht. Was die Taktteile betrifft, so haben sie einen verschiedenen innern Wert durch den Accent. Hiernach unterscheidet man gute und schlechte Taktteile (thesis und arsis oder Niederschlag und Aufschlag). Ein guter oder schwerer Taktteil ist derjenige, der den Accent hat. Ein solcher verlangt bei der Gesangskomposition in der Regel eine lange Silbe, der sch echte aber eine kurze. Gute Taktteile sind in den gleichen Taktarten der erste (thesis), dieser als Anfang des Taktes hat stets das größte Gewicht. Werden die halben Takte des Viervierteltakts in Viertel verwandelt, so erhält das erste und dritte Viertel den Accent, letzteres jedoch einen schwächern. Einen noch schwächern „Accent erhalten das dritte und sechste Achtel, wenn die Viertel in Achtel verwandelt werden. Bei den 1ungeraden Taktarten hat wiederum im Dreizweiteltakt das erste Zweitel das Gewicht, in dem Sechsvierteltakt das erste und vierte Viertel das größte, und so fort. Bei den Griechen wurde der Takt zum Gesang des Chors anfangs durch Holzschuhe, bei den Römern durch das scamillum oder scabillum, ein lärmendes Instrument „ angegeben; in der neuern Musik bedient man sich dazu eines begleitenden Schlaginstruments, wie des Klaviers, besonders aber des Taktstocks. Die Taktarten der modernen Musik sind durch die Harmoniker des Mittelalters im 10. bis 12. Jahrh. erfunden.