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TechnikBrockhaus 1882

Talent bezeichnet eine ausgezeichnete Geistesfähigkeit. So spricht man teils von praktischen T., welche sich durch einen sichern und raschen überblick über die Mittel zu bestimmten äußern Zwecken, wie durch die Gewandtheit Leichtigkeit in der Ausführung verraten (z. B. Feldherrntalent), teils von Kunstkalenten für ästhetische Produktionen oder Reproduktionen (3. B. musikalisches T.), welche sich raktischen vereinigen, teils endlich von theoretischscientf chen, sei es nun, daß man dabei mehr auf n, die Gegenstände (mathem., philos., kritisches Talent It u. s. w.) oder mehr auf die Modalität der geistigen a-Thätigkeit Rücksicht nimmt (wie beim T. der raschen 8-Auffassung, des unterscheidenden Scharfsinns, der e. Erfindung, der gewandten Darstellung, Lehrtalent JNu. s.w.). Das T. äußert sich immer in einer individuell bestimmten Richtung als ein teils von Natur angelegter, teils durch Erziehung, Anleitung und ⸗„lübung begünstigter und verstärkter Trieb zur Benuthätigung irgend einer Fertigkeit oder Geschicklichkeit. r. Erreicht das T. eine solche Höhe, daß es über die „bisherigen Leistungen hinaus völlig neue Wege an⸗ „bahnt, so nennt man es Genie (s.d.). Da jedoch für . das letztere die Originalität das wesentliche Merk⸗ „mal bildet, so pflegt man einem noch so großen T., solange es sich auf die Nachahmung oder Reproduktion des von andern bereits Geleisteten beschränkt, den Namen des Genies vorzuenthalten. ö Talg, Unschlitt oder Inselt nennt man dasjenige tierische Fett, hauptsächlich von geschlachtesten Rindern und Schafen, das im Innern des Körpers, wo es sich vorzugsweise um Nieren und Gedärme ansetzt, gefunden wird. Die Härte des T. richtet sich nach der Art des Tiers und nach der Fütterungsweise desselben. Die größte Härte erreicht der T. bei Trockenfütterung, die geringste bei Fütterung mit den Abfällen der Brauerei und Brennerei. Geschmolzen wird der T. zumeist zu Kerzen und Seife, in geringerer Menge als Nahrungsmittel und zu andern Zwecken verwendet. Der beste T. kommt aus Holland, Irland, Polen und aus Kasan. Im Handel unterscheidet man Platztalg und Markttalg. In der Arznei⸗ und Wundarzneikunst wendet man Rinds- und Schöpstalg an. Der T. von Schweinen heißt Schmer oder Schmalz. Höchst bedeutend ist die Talgfabrikation im südl. Rußland. In neuerer Zeit kommt auch viel T. aus Südamerika und Australien. Der T. besteht wesentlich aus den Glyzerinäthern (Glyzeriden) der Olsäure, Palmitinsäure und Stearinsäure. Er schmilzt bei 37 C. Durch Zersetzen desselben mit Kalk oder mit konzentrierter Schwefelsäure scheidet man daraus die Fettsäuren und das Glyzerin ab, von denen das Gemisch von Stearin- und Palmitinsäure wegen seiner Verwendung zur Stearinkerzenfabrikation wichtig ist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 452Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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