Tartufe, Titel des berühmtesten Lustspiels Moliéères, das, 1664 geschrieben, 1669 zuerst vor Ludwig XIV. auf die Bühne kam, nachdem die drei ersten Akte bereits in Privatgesellschaften aufgeführt waren. Es ist unerwiesen, daß darin ein einflußreicher Geistlicher, der Abbé Roquette, Bischof von Autun, kopiert worden sei, der wegen seiner Liebhaberei für Trüffeln (in franz. Dialekten tartoufle, ital. tartufo) den Namen T. geführt habe. Vielmehr wird der Name einer lital.) Komödie des Lippi (Malmantiler) entnommen sein, worin unter dem Namen Tartufo ein schlechter Charakter vorgeführt wurde, den Molieère recipierte und dem vielleicht nicht er erst im T. die Maske religiöser Heuchelei verlieh. Der Name «Tartufes ist zum Gattungsnamen aller Scheinheiligen geworden. Gutzkow hat die Entstehung des Molidreschen Stücks und die verwickelten Intriguen, welche die seines Lustspiels «Das Urbild des T.o gemacht. Tarudant, Hauptstadt der marokkan. Provinz El Süs, im Wadi Süs, rechts am gleichnamigen Flußlauf desselben, 180 m über dem Meere, an der Großen Karawanenstraße, die von Marokko durch den Paß von Bibauan nach T. und durch das Anti-Atlas genannte Gebirge, dann südöstlich über Tenduf, Wad Sus, Saffi (Taudeni), Arauan nach Timbuktu führt, zählt etwa 20000 E., erzeugt Wein, Oliven, Datteln u. s. w. und hat Industrie in Kupferwaren, Baumwollzeugen, Leder und Salpeter. T. erscheint um 700 als Terudant.