Tegéa, eine alte und bedeutende Stadt im südöstl. Arkadien, deren Gebiet, die Tegeatis, im Norden durch einen Engpaß zwischen den Vorsprüngen des Mänalon⸗ und des Partheniongebirges von dem Gebiete der Stadt Mantineia getrennt, gegen Süden bis zur Grenze von Lakonien reichte. Die in der mythischen Zeit von Königen beherrschte Stadt leistete nach der Eroberung von Lakonien durch die Dorier dem weitern Vordringen dieser gegen Norden energischen Widerstand und trat dann in ein ehrenvolles Bundesverhältnis zu Sparta, dem sie bis zur Schlacht bei Leuktra unverbrüchlich treu blieb; dann schloß sie sich dem Bunde der arkadischen Städte an und spielte in diesem, sowie später als Mitglied des Achäischen Bundes bis zur Unterwerfung Griechenlands durch die Römer eine bedeutende Rolle. Von dem bedeutenden Umfange der Stadt (ungefähr 6 km) geben noch die 6 km südlich von Tripolitza in und zwischen den Dörfern Hagios-Sostis, Ibrahim-Effendi und Piali zerstreuten Ruinen Zeugnis; die Stärke der Bevölkerung kennzeichnet am besten der Umstand, daß sie zu der Schlacht bei Platää allein 1500 Hopliten (Schwerbewaffnete) stellte. Unter den Gebäuden war das berühmteste der Tempel der Athene Alea, der, nachdem er 395 v. Chr. abgebrannt war, unter Leitung des Skopas größer und prachtvoller als vorher, außen dorisch, innen ionisch und korinthisch, wiederhergestellt wurde, und dessen Plan durch Untersuchungen des Deutschen Archäolozischen Instituts in Athen im Jahre 1879 wieder »rmittelt worden ist.