Telegramme, Gebühren, dringende Telegramme, bezahlte Antworten u. s. w.). Tarif. Die Frage der Gestaltung des Tarifs ist von größter Wichtigkeit für die kulturelle und nationalökonomische Wirksamkeit des Telegraphen. Nächst den Vorbedingungen eines gesicherten Friedenszustandes und des Vorhandenseins guter Telegraphenanlagen bildet ein zweckmäßiger, rationell festgestellter Tarif einen mächtigen Anreiz für vermehrte Benutzung des Telegraphen seitens des Publikums. An dem telegr. Verkehr haben Anteil: die Regierungs⸗ und Dienstdepeschen etwa zu 12 Proz., die Börsen⸗ und Handelstelegramme zu 65, Zeitungstelegramme zu 8 Proz., Familiendepeschen zu 15 Proz. Der Handel liefert daher den größten Beitrag und ist am meisten bei der Tariffrage interessiert. Bis 1861 hatte z. B. Preußen noch 7 Taxzonen, die einzelnen Verwaltungen im Auslande zum Teil noch mehr. Die Buntscheckigkeit der Tarife ließ deshalb nichts zu wünschen übrig. Im J. 1862 wurden die Tarife in Preußen ermäßigt, und die Zahl der Depeschen stieg vor 239 781 im folgenden Jahre auf 462996. Ahnlick war der Erfolg w1867. Aber noch immer blieb der sog. Zwanzig-Wortetarif bestehen, dessen Fehler darin wurzelte, daß er die Telegramme zu wortreich machte und infolge dessen die Leistungen des Telegraphen im ganzen beeinträchtigte. Erst dem unermüdlichen Organisator des deutschen Telegraphenwesens, Staatssekretär von Stephan, welcher Ende 1875 die Leitung der deutschen