Tempelhoff (Georg Friedr. von), preuß. Generallieutenant, zu Trampe in der Mittelmark 17. März 1737 geboren, studierte zu Frankfurt und Halle Mathematik und trat beim Beginn des Siebenjährigen Kriegs in ein Infanterieregiment, ging aber 1757 zur Artillerie Über, in der er nach der Schlacht von Kunersdorf Offizier wurde. Nach dem Frieden schrieb er «Die Anfangsgründe der Analysis der endlichen Größen» und die Anfangsgründe der Analysis der unendlichen Größeno, so- wie eine Vollständige Anleitung zur Algebray; auch beschäftigte er sich viel mit astron. Berechnungen. Er gab 1781 seinen Bombardier prussien o heraus, welcher eine Entwickelung der ballistischen Theorie enthielt und eine Widerlegung des (Bombardier francais o von Belidor beabsichtigte. Für die damalige Zeit gehört sein Werk zu den wichtigsten, wenn auch mehr vom spekulativen als vom praktischen Gesichtspunkte aus. Im J. 1782 stieg er vom jüngsten Hauptmann zum Major ar und wurde geadelt. Er unterrichtete die Söhn Friedrich Wilhelms II. in den Kriegswissenschafter wurde 1786 Oberstlieutenant, sowie Mitglied de Akademie der Wissenschaften, organisierte 1791 di anfangs nur für Offiziere bestimmte Artillerieaka demie und wurde deren Direktor. Beim Ausbruc des Kriegs 1792 erhielt er das Kommando de Artillerie bei der mobilen Armee. Persönlich Zerwürfnisse veranlaßten aber seine Zurückberu fung, worauf er 1795 als Oberst, bald darauf ale Generalmajor das 3. Artillerieregiment befehligt- und 1802 zum Generallieutenant aufstieg. Er starb 13. Juli 1807 in Berlin. Berühmt ist seine „Geschichte des Siebenjährigen Kriegs in Deutschlando (6 Bde., Berl. 1783—1801).