Tenötomie oder Sehnendurchschneidung heißt die operative Durchtrennung der Sehnen krankhaft verkürzter Muskeln und hat den Zweck, die durch Muskelverkürzung hervorgerufene fehlerhafte Stellung eines Gliedes beseitigen zu helfen. Nach Stromeyers und Dieffenbachs Vorgang wird die Operation in der Regel subkutan, d. h. von einem ganz kleinen Einstich aus gemacht. Bei Anwendung der neuern Wundbehandlung kann man sie mit gleichem, wenn nicht besserm Erfolg unter vollkommener Freilegung der Sehne ausführen. Die T. ist nur ein unbedeutender und ungefährlicher operativer Eingriff.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 560Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei