Terpander (grch. Terpandros), aus Antissa auf der Insel Lesbos, war einer der ältesten und bedeutendsten griech. Musiker, der auf die Ausbildung der musikalischen Kunst, des Kitharspiels und der Komposition von Liedern ernstern Inhalts, die von einzelnen Sängern beim Kultus vorgetragen wurden (Nomen), sowie auch der Skolien (s. d.) den wesentlichsten Einfluß geübt hat. Zu den ihm beigelegten musikalischen Neuerungen gehört besonders auch die Einführung der Kithare mit sieben Saiten. Als Hauptschauplatz seiner Thätigkeit galt Sparta, wo er als Begründer der gesetzlich anerkannten musikalischen Ordnung, die mit dem Götterkult und mit der Jugenderziehung im engen Zusammenhange stand, betrachtet wurde. Als Zeit seiner Wirksamkeit nimmt man die erste Hälfte des 7. Jahrh. v. Chr., etwa 680 650, an. Von den nach antiker Weise von ihm selbst gedichteten Texten seiner Kompositionen sind nur spärliche Bruchstücke erhalten, gesammelt in Schneidewins Delectus poesis Graecorumo (Gött. 1839) und Bergks „Poetae lyrici graecio (4. Aufl., Lpz. 1882).