Thai-wan, chines. Insel, s. Formosa. Thal. Im Gegensatz zu den Erhebungen des Bodens stehen als Vertiefungen desselben die Gründe und Thäler. Landsenken nennt man Eintiefungen in einer Fläche; Thäler dagegen heißen im allgemeinen die mehr oder weniger langen, schmalen und tiefen, rinnenförmigen und gewöhnlich, wenn nicht bleibend, so doch zeitweise von fließendem Wasser durchsetzten Hohlräume zwischen mehrern und mindestens zwei selbständig ausgebildeten Erhebungen. Nach dem Maße ihres Einschneidens und der dadurch bedingten Höhe der Thalwände unterscheidet man Flacht häler und Tiefthäler; nach dem Eingreifen in verschiedene Bodenformen aber Gebirgs⸗, Berg-⸗und Landthäler, welche letztern Flachthäler im niedern Lande und von den Niederungen durch Begleitung selbständiger Erhebungen verschieden sind, während diese als breite Gründe, also nur als Eintiefungen in einem und demselben Landeshorizont erscheinen. In engerm Sinne findet der Name T. seine Anwendung nur auf Eintiefungen in Berg⸗ oder Gebirgsland. Berg und T. sind die von dem Relief desselben unzertrennbaren, seine sich gegenseitig begrenzenden und bedingenden Haupttypen. Was aber den Thälern überhaupt eine besondere Wichtigkeit ibt, ist, daß sie die natürlichen Sammler und Führer alles Fließenden, die Träger des herbeigeschwemmten fruchtbarsten Bodens, die natürlichen Wegweiser für den Verkehr, die Stätten des Anbaues und der vielfältigsten Betriebsamkeit, die vereinigenden Bänder der Civilisation sind. Man unterscheidet bei dem T. die Thalsohle oder den Thalboden (Thalgrund), d. i. den niedrigsten, gewöhnlich flachen Teil; die Thalränder oder die oberste Grenze am Beginn der Eintiefung; die Thalhänge, Thallehnen oder Thalwände, d. i. die Verbindungsflächen von Sohle und Rand. Diejenige Eintiefung der Sohle, in welcher das fließende Wasser sich sammelt, heißt Bett, und die in dieser wieder befindliche Tiefrinne der Thalweg. Mit der Richtung des Wasserlaufs unterscheidet man rechten und linken Thalgrund. Der Anfang des T. liegt an der höchsten, das Ende oder der Thalausgang oder die Thalmündung an der tiefsten Stelle der ganzen Sohle; der Höhenunterschied beider Punkte drückt den Fall des T. aus. Dicht zusammentretende Thalwände bilden Thalengen und Thaldurchbrüche, weiter voneinander abstehende dagegen Thalweitungen und Thalebenen. Liegen die Engen am untern Ende des T., so bilden sie Thalpforten oder Klausen, uneigentlich auch Thalpässe genannt; diese fuhren aus der Bergregion in die Ebene. Erweitert sich das Thal allmählich zur Ebene, so greift diese mit einer Thalbucht ein. Ziehen sich die Wände zwischen zwei Engen zu mehr oder weniger kreisförmiger Weitung zurück, so begrenzen sie einen Thalkessel oder Thalbecken (Bassin). Oft besteht ein T. ganz aus solchen seebeckenartig l erweiterten Stellen, welche durch Engen wie durch d esprengte Schluchten (Thalschlünde, wenn sie lang, n halkehlen, wenn sie kurz sind) miteinander in Ver-e 3bindung stehen. Thalweitungen umschließen häufig „einen See oder tragen deutliche Spuren, daß sie seinst Seebecken gewesen. Dazu gehören namentlich die in großen Bassins sich findenden „Terrassens, die, oft mehrfach sich übereinander erhebend, zwischen den Thalgehängen und der Thalsohle gelagert sind, meist aus lockerm Schutt bestehen und an der Mündung eines Nebenthals weggerissen sind. Die