Thiel (Andreas), Bischof von Ermland, geb. 23. Sept. 1826 zu Lokau bei Seeburg in Ostpreußen, wurde 1849 zum Priester geweiht, wirkte dann zwei Jahre als Kaplan in Memel und Tilsit und bezog hierauf zur Fortsetzung seiner Studien die Universität Breslau. Hierauf habilitierte er sich 1853 als Privatdocent der Theologie am Lyceum Hosianum zu Braunsberg, wo er 1855 außerordentlicher und 1858 ordentlicher Professor der Kirchengeschichte und des Kirchenrechts wurde. Im J. 1871 siedelte er als Domherr nach Frauenburg über und trat als Generalvikar an die Spitze der Diöcesanverwaltung. Nach der Ernennung des Bischofs Krementz zum Erzbischof von Köln wurde T. 15. Dez. 1885 vom Domkapitel zu Frauenburg zum Bischof von Ermland erwählt, 12. Febr. 1886 durch päpstliches Breve bestätigt und erhielt 2. März 1886 vom Kaiser Wilhelm die landesherrliche Anerkennung.