Schmid (Leop.), namhafter kath. Theolog und philos. Schriftsteller, geb. 9. Juni 1808 zu Zürich, studierte zu Tübingen und München Theologie und Philosophie, siedelte 1831 nach Marburg über, wurde noch in demselben Jahre Lehrer an dem Priesterseminar in Limburg a. d. L., 1832 Subregens daselbst, 1834 Hauskaplan des Rates „Schlosser zu Stift Neuburg bei Heidelberg, 1837 Pfarrer in Großholbach in Nassau, 1839 Professor der Dogmatik an der kath.⸗theol. Fakultät zu Gießen und 1843 zugleich noch Honorarprofessor der spekulativen Philosophie. Am 22. Febr. 1849 wählte ihn die Mehrheit des Domkapitels zum Nachfolger des Bischofs Kaiser in Mainz; aber die Minderheit wußte seine Anerkennung durch den Papst zu hintertreiben. Nachdem man vergeblich versucht hatte, S. zum freiwilligen Verzicht zu bewegen, erfolgte 7. Dez. 1849 die förmliche Verwerfung seiner Wahl durch ein päpstl. Breve und die Anordnung einer Neuwahl, ohne daß der kanonisch vorgeschriebene Informativprozeß eingeleitet worden wäre. An Sis Stelle wurde der Freiherr von Ketteler zum Bischof erwählt (Febr. 1850). S. legte darauf seine theol. Professur nieder und zog sich ganz in die philos. Fakultät zurück, welcher er bis zu seinem Tode (20. Dez. 1869) angehörte. Von Haus aus strenger Katholik, gewann S. durch seine philos. Studien allmählich einen freiern Standpunkt, suchte das kath. Dogma spekulativ zu erfassen und umzugestalten und den Katholizismus und «Evangelismuso zu vermitteln. Von seinen