FeedThomasius (Gottfr.)
ReligionBrockhaus 1882

Thomasius (Gottfr.), namhafter luth. Theolog, ein Nachkomme von Christian T. geb. 26. Juli 1802 zu Egenhausen in Franken als der Sohn eines Pfarrers, wurde ebenfalls dem theol. Studium bestimmt und besuchte, nachdem er seine Vorbildung auf dem Gymnasium in Ansbach erhalten, 1821—25 die 1870 als Wie Erlangen, Halle und Berlin. Im J. 1829 als Pfarrer nach Nürnberg berufen, wirkte er zuerst an der Heiligengeistkirche,‚ „nni bei St. Lorenz, seit 1830 zugleich als Religionslehrer am dortigen Gymnasium. Im J. 1842 wurde er zum ord. Professor der Dogmatik und zum Universitätsprediger in Erlangen ernannt, wo er 24. Jan. 1875 starb. Seiner theol. Richtung nach gehörte T. zu den einflußreichsten Vertretern der luth. Orthodoxie. Neben Joh. Christian Konrad von Hofmann war er das angesehenste Haupt der sog. Erlanger Schule, deren theol. und kirchenpolit. Prinzipien in der von ihm mitbegründeten Zeits chrift für Protestantismus und Kircher ihr Organ haben. Von seinen meist dogmengeschichtlichen und dogmatischen Schriften sind zu nennen: Origenes. Ein Beitrag zur Dogmengeschichte des 3. Jahrh.» (Nürnb. 1837), Beiträge zur kirchlichen Christologier (Erlangen 1845), „Das Bekenntnis der evang. luth. Kirche in der Konsequenz seines Prinzipso (Nürnb. 1848), Das Bekenntnis der luth. Kirche von der Versöhnungo (Erlangen 1857), «Christi Person und Werk. Darstellung der luth. Dogmatik vom Mittelpunkt der Christologie auso (2. Aufl., 3 Tle., 1856 fg.), Praktische Auslegung des Briefs Pauli an die Kolosser⸗(Erlangen 1869) und Die christl. Dogmengeschichte als Entwickelungsgeschichte des christl. Lehrbegriffso (Bd. 1, Erlangen 1874; Bd. 2, nach T.s Tode herausgegeben, 1876).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 646Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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