Thielmann (Joh. Adolf, Freiherr von), preuß. General der Kavallerie, geb. zu Dresden 27. April 1765, erhielt wissenschaftliche Bildung und trat nach des Vaters Tode 1782 als Junker in die sächs. Kavallerie. Er wurde 1791 Lieutenant bei den Husaren, machte den Krieg gegen Frankreich mit und lebte dann als Stabsrittmeister in Thüringen den Wissenschaften, bis der Feldzug von 1806 ihn von neuem ins Feld rief. Durch rühmlichen Anteil an der Belagerung von Danzig und an der Schlacht bei Friedland stieg er 1807 zum Major und Flügeladjutanten auf. Er suchte, 1809 zum Obersten ernannt, mit einem kleinen Korps Sachsen gegen die eingedrungenen Ssterreicher sich zu behaupten; dann führte er bei dem westfäl.⸗franz. Hilfskorps die Vorhut. Im Juli 1809 wurde er Generalmajor und im Febr. 1810 Generallieutenant. Im Feldzuge gegen Rußland führte er die sächs. Kürassierbrigade, kämpfte ruhmvoll in der Schlacht an der Moskwa und befand sich dann fast immer im Gefolge Napoleons I. Der König von Sachsen erhob hierauf T. in den Freiherrenstand. Als ihm 26. Febr. 1813 die Verteidigung von Torgau übergeben wurde, machte ihm der König von Sachsen strenge Neutralität zur Pflicht. Schon hoffte T., als der König mit Osterreich in Unterhandlungen trat, einen Umschwung aller Verhältnisse zur Befreiung Deutschlands, und er verhandelte dieserhalb mit den verbündeten Monarchen in Dresden. Als er nach der Schlacht bei Lützen von seinem Könige 10. Mai den Befehl erhielt, die Festung den Franzosen zu übergeben, legte er das Kommando nieder, begab sich mit seinem Stabschef Aster in das Hauptquartier der Verbündeten und trat erst in russ. und nachdem er nach der Schlacht bei Leipzig die sächs. Armee neu organisiert und 1814 dieselbe in den Niederlanden befehligt hatte, im April 1815 in preuß. Dienste. Auch hier bewies er Einsicht und Thätigkeit in den Feldzügen gegen Frankreich. An dem Tage von Waterloo hielt T. bei Wavre mit dem 3. Armeekorps das franz. Korps Grouchys fest und behauptete seine Stellung, wodurch er zum Erfolge der Hauptschlacht wesentlich mitwirkte. T. wurde hierauf kommandierender General des 7., später des 8. Armeekorps und starb zu Koblenz 10. Okt. 1824.