Thiersch (Heinr. Wilh. Josias), deutscher Theolog, bekannt als ein Hauptvertreter des Irvingianismus, der älteste Sohn von Friedrich Wilhelm T., geb. 5. Nov. 1817 in München, studierte seit 1833 erst Philologie in München, dann Theologie zu Erlangen und wurde 1838 Lehrer an der Missionsanstalt zu Basel, 1839 Repetent und Privatdocent zu Erlangen und 1843 Professor zu Marburg. Schon damals trat er in Verbindung mit den «apostolischeno Gemeinden in England und Schottland, deren Bestrebungen er sich mehr und mehr zuneigte. Nachdem er 1849 eine Reise nach England gemacht, legte er 1850 seine Professur nieder, um sich dem Dienste der sich damals auch in Deutschland bildenden Gemeinden der sog. Irvingianer (s. d.) zu widmen. Seit 1864 privatisierte T. zu München. Er starb 3. Dez. 1885 zu Riechen bei Basel. außer der Grammatik der hebr. I1 . (2. Aufl. Erlangen 1856) hervorzuheben: stellung des histor. Standpunktes für die Kritik der neutestamentlichen Schriftenv (Erlangen 1846) (Vorlesungen über Katholizismus und Protestan tismusv (2. Aufl., Erlangen 1848), vor allem aber die 4Geschichte der Kirche im apostolischen Zeit altero (2. Aufl., Aufl 1857), Klüber christl. Familienleben» (7. sind noch zu nennen: Geschichteß (Bas. 1876), „Inbegriff der christl. Lehres (Bas. 1886) „Griechenlands Schicksale vom Anfang des Befreiungskrieges bis auf die gegenwärtige Krisis v (Frankf. 1863) und eine Biographie seines Vaters (2 Bde., Lpz. 1866).