FeedThran
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Thran (Fischthran) ist der allgemeine Name des flüssigen, öligen Fettes, welches aus dem Speck der Bartenwale oder Walfische, der Potfische, der Delphine und hauptsächlich der Flossenfüßler (Seehunde, Seelöwen, Walrosse) gewonnen wird. Der T., welcher am Orte des Fanges von selbst aus dem in unten durchlöcherten Tonnen geschlagenen Specke ausfließt, ist der beste. Später wird der auf dem Transport ranzig und faulig gewordene Speck in großen Pfannen ausgesotten, der hierdurch gewonnene geringere T. durch Filtrieren und Durchgehen durch Wasser gereinigt und der dabei sich bildende Bodensatz (Prutt) als Wagenschmiere, die fleischigen und häutigen Reste aber zur Leimsiederei gebraucht. Man unterscheidet Fisch⸗ und Seehundsthran, beide in verschiedenen Unterarten, die von Norwegen, England, Frankreich und Nordamerika in den Handel gebracht werden. Der T. hat ein spezifisches Gewicht von 0,92r, scheidet bei O etwas feses Fett ab und besteht aus Olein, Palmitin und Stearin und kleinen Mengen von Glyzeriden der Valeriansäure und ähnlichen flüchtigen fetten Säuren. Der Leberthran (s. d.) ist ein geschätztes Arzneimittel. Alle Thransorten haben einen eigentümlichen Geruch und Fischgeschmack, brennen mit sehr leuchtender, aber rußender Flamme und werden wie nicht trocknende Ole zur Beleuchtung, Zubereitung des Leders, zur Bereitung der Schmierseife u. s. w. verwendet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 658Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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