Thrasybülos, der Sohn des Lykon, ein tapferer athenischer Heerführer in der letzten Zeit des Peloponnesischen Kriegs, zugleich einer der tüchtigsten und edelsten Vorkämpfer der demokratischen Partei in Athen, ging nach der übergabe Athens an Lysander und der Einsetzung der sog. 30 Tyrannen (404 v. Chr.) in die Verbannung. Bald sammelte er eine Schar entschlossener Patrioten um sich und bemächtigte sich mit diesen von Theben aus zu Anfang des J. 403 der attischen Grenzfestung Phyle, aus welcher ihn die Dreißig vergeblich zu vertreiben suchten. Nachdem seine Schar bis auf 1000 Krieger angewachsen war, setzte er sich in Piräeus fest und lieferte den gegen ihn anrückenden Oligarchen bei Munichia ein glückliches Gefecht. Diese riefen nun die Spartaner zu Hilfe gegen die Demokraten, deren Anhang von Tag zu Tag wuchs; aber der spartan. König Pausanias, dem seines mächtigen Gegners Lysander schroff oligarchische Politik zuwider war, brachte eine Versöhnung der streitenden Parteien zu Stande, wonach eine allgemeine Amnestie erlassen, die Oligarchie beseitigt, und die frühere demokratische Verfassung Athens mit gewissen Modifikationen wiederhergestellt wurde (im Spätsommer 403). T. fand im J. 389, während er die athen. Flotte im Agäischen Meer kommandierte, bei einem Brandschatzungszuge gegen das Pamphylische Aspendos seinen Tod.