FeedTic (frz.)
HeilkundeBrockhaus 1882

Tic (frz.) nennt man Gesichtsschmerzen, die sich in zwei Arten, den Tic douloureux und den Tie convulsif, unterscheiden. Der Tic douloureux, auch Prosopalgie oder Fothergillscher Nervenschmerz, ist eine Neuralgie des fünften Gehirnnerven (s. Gesichtsschmerz); während der Tic convulsif oder mimische Gesichtskrampf in klonischen Krämpfen der vom Nervus facialis, dem Gesichtsnerv, versorgten Muskeln besteht. (S. Gesichtskrampf.) ichatscheck (Jos. Aloys), berühmter Tenorist, geb. 11. Juli 1807 zu Oberweckelsdorf in Böhmen als der Sohn eines Landmanns, besuchte in Braunau das Gymnasium und war zugleich Altsänger in dem dortigen Benediktinerkloster, bis in seinem 17. Jahre seine Stimme in einen herrlichen Tenor mutierte. Im J. 1827 ging er nach Wien, nahm daselbst bei Ciccimara kunstgerechten Gesangunterricht, wirkte im Chor der Hofoper mit und erhielt im Verlauf der Zeit auch hin und wieder eine kleine Rolle. Seine eigentliche theatralische Solistenlaufbahn begann er aber 1834 in Graz. Dann gastierte er einige Jahre darauf in Wien und Dresden und wurde 1838 am dresdener Hoftheater angestellt, dem er bis zu seiner Pensionierung 1872 angehörte, obschon in den letzten Jahren nur noch als sog. Ehrenmitglied in einer beschränktern Anzahl von Partien auftretend, zugleich auch als Kammersänger bei der Hofkirchenmusik fungierend. Auch sang er als Gast auf samtlichen größern deutschen Bühnen und wurde überall mit Enthusiasmus aufgenommen, ebenso in London, Amsterdam, Stockholm etc. Hinsichtlich der Ausgiebigkeit und Ausdauer der Stimme muß T. ein Phänomen genannt werden. Seine Stimme überwand stets die größten Anstrengungen mit Leichtigkeit. Seine Mittel wiesen ihn von jeher auf Heldentenorpartien hin; doch hat er auch in der sog. Spieloper Erhebliches geleistet. T. war der erste Sänger, der in Wagnerschen Heldenpartien (Rienzi, Tanhäuser, Lohengrin) auftrat und außerordentliche Erfolge damit erzielte. Er starb 18. Jan. 1886 in Dresden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 678Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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