FeedErl (Joseph)
MusikBrockhaus 1882

Erl (Joseph), Tenorist, geb. 17. März 1811 zu Wien, erhielt in frühester Jugend musikalischen Unterricht, sodaß er schon als Nr Organist der Mechitaristenkirche wurde. Von 1827 bis 1834 war er Chorist am Kärntnerthor-Theater und genoß während dieser Zeit den Unterricht Seigelts, dann Binders und Staudigls, der den Direktor Duport veranlaßte, E. von Cicimarra weiter ausbilden zu lassen. E. gastierte hierauf ein Jahr in Wie Pest, dann am Josephstädtischen Theater in Wien und ging von hier nach Berlin an das Königstädtische Theater. Als er 1838 nach Wien zurückgekehrt war, trat er am 9. Nov. in der Hofoper auf und wirkte nun bis zu seinem Rücktritt von der Bühne, der 1868 erfolgte, an diesem Institut, seit 1844 auch als Mitglied der Hofkapelle. Gastspiele führten den Sänger nach den größern Theaterstädten Deutschlands, 1848 auch nach Paris und London. E. starb 2. Jan. 1874 zu Hütteldorf bei Wien. Die Stimme E.s, die zwei Oktaven umfaßte, zeichnete sich durch Schönheit, Ausdrucksfähigkeit und gute Schule aus. Radul, Robert der Teufel, Gomez, Max, Stradella, Florestan u. s. w. gehörten zu seinen besten Leistungen. — Zwei Söhne Ers haben sich ebenfalls der Sängerlaufbahn gewidmet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 294Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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