Tiger (Felis Tigris, s. Tafel: Katzen II, Fig. 1), eine in Südasien heimische Katzenart, die sich durch schöne dunkelbraune Querstreifen auf dem gelbroten Felle und einen weißlichen Backenbart beim Männchen auszeichnet, dem Löwen an Größe und Stärke fast gleichkommt, an Verwegenheit und schleichender Tücke jedoch ihn bei weitem übertrifft. Die eigentliche Heimat des T. sind die Tiefländer Südasiens, von wo aus er selbst ins südl. Sibirien fast alljährlich Streifzüge unternimmt. In Ostindien behauptet er sich trotz aller Nachstellungen, denen jährlich Hunderte von T. erliegen, unter dem Schutze der unverwüstlichen tropischen Vegetation selbst in den kultiviertesten Gegenden. Auf manchen der hinterind. Inseln steht religiöser Aberglaube der Eingeborenen seiner Vertilgungentgegen. Überall gilt der T. als das furchtbarste aller Raubtiere, das ganze Dörfer gefährden kann. Die Jagd auf den T. ist wegen Schwierigkeit und Kostspieligkeit ein Hauptvergnügen der Großen Asiens. Das schöne Fell des T. dientbesonders zu Decken aller Art. Gezähmt ist der T. selbst einer gewissen Anhänglichkeit fähig, pflanzt sich auch in der Gefangenschaft bisweilen, besonders mit Löwen, fort, sodaß Bastarde von T. und Löwen häufiger in zoolog. Gärten und Menagerien vorkommen als reine Inzuchten. Der südamerik. Jaguar (s. d.) wird von den Eingeborenen ebenfalls T. genannt. 4¹3