Tigellinus (mit vollem Namen Gajus Sofonius T.), aus Agrigent, unter Caligula wegen Ehebruchs mit dessen Schwestern Agrippina und Julia verbannt, legte sich, als ihm unter Claudius die Rückkehr — aber nicht an den Hof — gestattet war, auf die Zucht von Rennpferden. Dadurch in die Gunst Neros gelangt, wurde er Präfekt der Feuer⸗ und sonstigen Sicherheitspolizei (Praefectus vigilum) und Präfekt der Garde. Er war fortan der Hauptratgeber und Helfer bei den Schandthaten Neros. Als er diesen verloren glaubte, verriet er ihn, wurde aber von seinem Kollegen Numpidtus Sabinus beseitigt. Er kaufte sich dann von Galbas Günstling Vinius sein Leben, erhielt aber nach Galbas Sturz auf das Verlangen des Volks von Otho den Befehl, sich den Tod zu geben.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 695Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei