Leopard (Lelis Leopardus), eine mit Augenflecken versehene große Katzenart, die über ganz Afrika, Persien und Vorderindien ausgebreitet ist und ohne den 60 em langen Schwanz etwa Im mißt. Auf dem ledergelben Grunde des Fells stehen reihenweise (etwa in zehn Reihen) gestellte zahlreiche braune Flecke, die, ohne eigentlichen Augenpunkt zu haben, durch Ringe eingeschlossen sind, welche aus mehrern zusammenfließenden schwarzen Punkten bestehen und etwas eckig sind. Der L. lebt mehr in den Wäldern ersteigt mit Leichtigkeit die Bäume und greift den Menschen nur gereizt oder aus Hunger an. Der L. bildet den Typus einer Gruppe der Katzen, die sämtlich ringförmige Augenflecke und schöne geschmeidige Form, Zierlichkeit, Leichtigkeit und dennoch auch Kraft der Bewegungen zeigen und überhaupt die schönsten unter den Katzenarten sind. In der Alten Welt kommen drei, schwer zu unterscheidende Arten vor: der eigentliche Leopard (Felis pardus, s. Tafel: Katzen 1, Fig. 2), der Pardel (F. pardalis s. panthera) und der Sundapanther (F. variegata) mit sehr langem Schwanze, häufig schwarz gefärbt. Alle drei werden auch unter dem gemeinsamen Namen Panther begriffen. In Tibet und Sibirien ist die Gruppe durch den Irbis (E. Irbis s. Uncia, s. Tafel II, Fig. 7), in Amerika durch den Jaguar (s. d., F. Onça, Tafel I, Fig. 3) vertreten. Alle lassen sich zähmen und erweisen sich dann gutmütig und geduldig. Bei den Römern wurden oft ganze Herden Panther in den Tierkämpfen vorgeführt; so unter Pompejus auf einmal 410 Stück, unter Augustus 420, unter Probus 200.