Toldy (Franz), eigentlich Schedel, der namhafteste ungar. Litterarhistoriker, geb. 10. Aug. 1805 in Ofen, studierte in Pest Philosophie und Medizin und wirkte einige Zeit als Bezirksarzt in Pest, wandte sich aber schon früh und bald ausschlie lich litterarischen Studien zu. Er ging 1829 auf einige Zeit nach Berlin, wo er Hegel hörte und selbst Vorlesungen über die ungar. Litteratur hielt, besuchte dann Belgien, London und Paris und kehrte 1830 in seine Heimat zurück. Hier gründete er mit Paul Bugat das Orvosi täro (medicin. Zeitschrift), das erste ungar. medizin. Journal, das er bis 1833 redigierte, wurde 1830 Mitglied der Ungarischen Akademie, als deren Sekretär er 1835—61 wirkte, und 1833 außerordentlicher Professor der Diätetik an der Universität. Die Kisfaludy-Gesellschaft, welche auf T.s Veranlassung 1836 begründet worden war, wählte ihn 1841 zum Direktor. Als er 1844 Vorstand der Universitätsbibliothek wurde, legte er sein medizin. Lehramt nieder. Nach 1849 wandte er sich ganz der Geschichte der ungar. Litteratur zu, deren Professur an der Universität er 1860 erhielt. Er starb 10. Dez. 1875 in Pest. T. veröffentlichte zählreiche histor. Quellenwerke, so das «Chronicon Hungarorumo (Ofen 1852) und Marci chronica de gestis Hungarorumo (Pest 1867) und gab das Corpus grammaticorum linguac hungaricae veterumo (Pest 1866), sowie die Werke der meisten äaltern und neuern ungar. Schriftsteller, so Zrinyis, Gyöngyössys, Kazinczys, der beiden Kisfaludy u. a. heraus. Seine Hauptwerke sind jedoch seine grundlegenden Arbeiten über ungar. Litteraturgeschichte. Als Mitglied der Akademie zu Wien schrieb er«Die ungar. histor. Dichtung der Ungarn vor der Annahn (Wien 1850). Diesen folgten: nallitteraturo, 3 Bde., Pest deutsch von M. Kolbenheyer, Litteratur im Mittelaltero, selbe in kürzerer Fassung ( 1878), A magyar költészet t der ungar. Dichtung», Pest! von G. Steinacker, Pes 1863) 1868), Amagyar költeszet k der ungar. Poesies, 2. Aufl., 5 litterarhist. Biographien, Stu Sein Sohn Stephan T.,“ tiker, geb. 4. Juni 1844 in schrieb polit. Broschüren, rer tungen und veröffentlichte Re Sein Bestes leistete er jedoc Die guten Patrioteno (1872) wiegel welche die unmittelba piegelten und großen Erfolg lungen sind seine ernstern und «Corneliap (1875). Tol'do (bei den Römern“ einer span. Provinz (14 467,7 im J. 1877) in Neucastiliet eines Kardinal-Erzbischofs, d de las Espanas führt und d erste Prälat des Königreichs westlich von Madrid, mit den langen Seitenstrang Castillejo. linie Madrid-Alicante in Ver von starken Mauern geschützt und malerisch an einem schrof am rechten Ufer des Tajo, d Stadt auf drei Seiten umgi ist die Stadt sehr uneben u enger, krummer und finstere Doch hat sie auch mehrere gr frühern Jahrhunderten aufzut Das 192 v. Chr. von den letum war die Hauptstadt der nia Tarraconensis, seit Dit Carthaginensis, zwar voner aber sehr fest und durch Stahl berühmt. Aus dem Altertr Reste übrig, darunter die eines war T. nacheinander in den Sueven und Westgoten. Hauptstadt des Westgotischen blühte es unter der Herrschaft 1085), wo es unter dem Nar Landschaft Esch-Scharran Emirs, dann seit 1036 die 9 Königreichs der Dhulnunidei arab. Gelehrsamkeit galt. im Aufstande gegen den Emi dova, 838 wurde es von Ab' achtjährigem Widerstande un 859 vom Emir Mohammed Rahman III. unterworfen. 1085 nach vierjähriger Belage von Castilien und Leon mit! und von den Christen gegen d wiederholten Angriffe der Me war nun bis auf Kaiser Karl) von Castilien; aber Bürgerkri me des Christentumsv : (A magyar nemzeti ichte der ungar. Natio1851; der erste Band „Geschichte der ungar. Pest 1865), und das-Pest 1854; 4. Aufl. törteneter (4Geschichte 1855 u. 1867; deutsch „AIrodalomtörténeti istor. Lesebuche, Pest 2Kkönyvo (Handbuch 5Bde., Pest 1876) und udien und Kritiken. Publizist und Dramaest, gest. 8. Dez. 1879, digierte mehrere Zeiomane und Novellen. ch in den Lustspielen und Neue Menscheno are Gegenwart widerhatten. Weniger ge-Toletum), Hauptstadt dkm mit 335 038 E. m, altberühmter Sitz der den Titel Primas dem Range nach der ist, 64,7 Em südsüdnes durch den 26 Km ⸗T. der großen Bahnrbindung steht, liegt, t, höchst eigentümlich ff abfallenden Berge, der die umfangreiche ibt. Bei dieser Lage nd bildet ein Gewirr e'r Gassen und Plätze. roßartige Bauten aus weisen. Römern eroberte To-Carpetaner in Hispaocletian in Hispania mittelmäßiger Größe, l⸗ und Waffenarbeiten um sind nur wenige sCirkus. Im 5. Jahrh. Händen der Alanen, Seit 567 war T. die Reichs. Noch mehr ft der Mauren (712men Tolaitela in der erst der Sitz eines Residenz eines eigenen n war und als Sitz T. befand sich oft ir (Kalifen) von Cord-er-Rahman II. nach iter Hischam-⸗al-Atibi, und 918 von Abdeer-Die Stadt wurde erung von Alfons VI. Hilfe des Cid erobert die 1109—97 sechsmal auren behauptet. T. V. Residenz der Könige iege zerrütteten 1467, nfanterieschule. Die 1498 gegründete Universität ist 1845 eingegangen, sowie auch die allgemeine Kriegsschule. Als Rest der früher namentlich durch ihre Seiden⸗, Gold- und Silberstoffe berühmten Industrie T.s ist die Marzipanbäckerei zu nennen, welche ihre in ganz Spanien berühmten Produkte bis nach Frankreich, Großbritannien und Amerika ausführt. Unterhalb der Stadt liegt am Tajo das Gebäude der königl. Fabrica de Armas blancas, welche vortreffliche Degenklingen (Toledoklinen), Säbel, Bajonette, Dolche und Messer aller Art liefert. Vgl. Gamero, «Historia de la ciudad de T.v (Toledo 1863).