Tracht bezeichnet, was der Mensch zu seiner Bekleidung verwendet, also auch den Schmuck. Aus dem allgemeinern Gebrauche des Landes und der Zeit entwickelt sich das Kostüm lital. costume, Gewohnheit, Sitte); dies wird zur Mode (s. d.) nach dem oft rasch wechselnden Geschmack, der keine Rücksicht auf das Bedürfnis nimmt. Die Geschichte der T. ist ein wichtiger Zweig der Kulturgeschichte. Der Geist der Zeiten und Völker krystallisiert seine Lebensäußerungen in bestimmten, eigentümlichen und notwendigen Formen: auch die T., sobald sie den Boden des einfachen Bedürfnisses verläßt, steht unter dem Einslusse bestimmter geistiger Anschauungen, und die Formen derselben gehören also mit zum charakteristischen Gesamtausdruck des Völkerlebens. Die sog. Volkstrachten sind nichts als ein Residuum älterer allgemeiner Moden, die größtenteils gar nicht weit zurückreichen. Die Volkstrachten sind in neuerer Zeit bei der lebhaf—⸗ tern Bewegung durch den mächtigen Aufschwung des Verkehrs im raschen Absterben begriffen. Vgl. Herbé, «Costumes français, civils, militaires et religieuxo (Par. 1834); Hauff, «Moden und T.o (Stuttg. 1840); von Hefner-Alteneck, T. des christl. Mittelalters (3 Bde., Frankf. u. Darmst. 1840—54); Falte, »Die deutsche Trachten- und Modenweltv (2Bde., Lpz. 1858), H. Weiß, «Kostümtunder (5 Bde., Stuttg. 1860 —72; 2. Aufl. 1881fg); C. Köhler, »Die T. der Völker in Bild und Schnitto (3 Bde., Dresd. 1871 — 73); Bonnard und Duplessis, CCostumes historiques des XIIILC —XVIIIe sièclese (3 Bde., Par. 1845—73); Falke, Kostümgeschichte der Kulturvölker» (Stuttg. 1881).