Trauttmansdorff, ein ehemals reichsunmittelbares, jetzt fürstl. und gräfl. Geschlecht in Osterreich, stammt von dem gleichnamigen Schloß in Steiermark, wo es schon im 13. Jahrh. blühte. Auf dem Marchfelde, wo Rudolf von Habsburg 1278 über Ottokar von Böhmen siegte, blieben 14 T., und 20 fielen in der Schlacht bei Mühldorf 1322, ohne ihren Anführer, den Herzog Friedrich von Psterreich, vor der Gefangenschaft bewahren zu können. Der Mitgefangene desselben, Hektor von T., erhielt vom Kaiser Ludwig 1336 einen Kampfbrief, der seinen von ihm durch einen Zweikampf erprobten, 352jährigen Adel bestätigte. Anfang des 16. Jahrh. blühte das Haus in vier Linien, von denen die Davidsche noch jetzt besteht, die drei andern, die Ehrenreichsche, Wilhelmsche (in Steiermark) und Leopoldsche (in Tirol) längst erloschen sind. Die Davidsche Stammlinie teilte sich um 1596 durch zwei Brüder in zwei Hauptlinien, die Johann Friedrichsche und die 5½% Hartmannsche, von denen die letztere im Anfang des 19. Jahrh. erlosch, die erstere in dem jüngsten Sohne des Stifters, Maximilian von Trauttmansdorff (.. d.), 1620 in den Reichsgrafenstand erhoben wurde. Seine Söhne stifteten zwei Speziallinien, der ältere, Graf Adam Matthias von T. (gest. 1684), die böhmische, der jüngere, Graf Georg Sigismund von T. (gest. 1708), die steiermärk. Linie. Die böhmische Linie spaltete sich durch die Söhne des Begründers wiederum in zwei Aste. Der ältere Ast, die Nachkommenschaft des Grafen Rudolf Wilhelm von T. (gest. 1689) umfassend, erhielt in der Person des österr. Ministers Ferdinand von T., geb. 12. Jan. 1749, gest. 28. Aug. 1827, für sich und seine Nachkommenschaft nach dem Rechte der Erstgeburt 1805 die reichsfürstl. Würde und wird Cept. 194 durch den Fürsten Karl von T., geb. 5. Sept. 1845, Großenkel des letztgenannten, repräsentiert. Großoheim des Fürsten war Graf Joseph von T., geb. 19. Febr. 1788, welcher bis 17. März 1849 als österr. Gesandter und bevollmächtigter Minister am preuß. und mecklenb. Hofe fungierte und 22. Aug. 1870 starb. Des letztern Sohn ist Graf Ferdinand von Trauttmansdorff J. d.). Der jüngere von Siegmund Ludwig (gest. 1707) abstammende Ast der böhm. Linie ist neuerdings erloschen. Die steiermärkische Linie zerfiel ebenfalls in zwei Zweige, von denen der eine gegenwärtig durch den Grafen Marimilian Weichard von T., geb. 30. April 1842, Erblandhofmeister von Steiermark und erbliches Mitglied des Herrenhauses, repräsentiert wird, der zweite aber 1867 mit dem Tode des Grafen Joseph von T. im Mannsstamm erloschen ist.