Trembecki (Stanislaw), poln. Dichter, geb. um 1730 im Krakauischen, durchreiste in seiner Jugend fast ganz Europa, weilte am Hofe Ludwigs XV. und lebte sich dort in die leichtfertigen franz. Sitten und Anschauungen ein. Nach seiner Rückkehr ins Vaterland wurde er Kammerherr des Königs Stanislaw August und begleitete denselben nach seiner Entthronung nach Petersburg. Darauf begab sich T. an den Hof des Grafen Felix Potocki nach Tulczyn in Podolien. Anfangs hochgeehrt, führte er daselbst in spätern Jahren unter mannigfachen Sonderbarkeiten und geschwächt an Geisteskräften ein einsames Leben und starb 12. Dez. 1812. T. hat große Verdienste um die Ausbildung der poln. Sprache, seine Gedichte zeichnen sich weniger durch Tiefe der Gedanken als durch schöne Form aus. Unter diesen ist Zofijnkan (franz. von Lagarde, Wien 1815), das er im 75. Lebensjahre verfaßte, eine Schilderung eines Parks, den Graf Potocki zu Ehren seiner Gemahlin Sophie angelegt hatte, das bedeutendste. Seine Werke erschienen gesammelt in Breslau (2 Bde., 1828) und Leipzig (2 Bde., 1836).