FeedTrippel (Alexander)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Trippel (Alexander), eigentlich Tripel, namhafter deutscher Bildhauer, geb. zu Schaffhausen 1744, war der Sohn eines Schreiners, der nach England übersiedelte und dort den Soch zu einem Instrumentenmacher in die Lehre gab. Doch gelan es diesem, nach Kopenhagen zu kommen, wo sich Wiedevelt und Stanley seiner annahmen und ihn im Modellieren nach der Natur und den antiken Vorbildern anleiteten. Nach vergeblichen Versuchen, in Berlin festen Fuß zu fassen, ging er nach Kopenhagen zurück, wo er in des Bildhauers Stanley Auftrage zu künstlerischen Arbeiten verwendet wurde. Dann wandte er sich 1771 nach Paris, geriet aber dort von neuem in Not. Erst durch sein allegorisches Denkmal zur Verherrlichung der Schweiz und einige andere Arbeiten, darunter ein Christuskopf für Lavater, wurde es ihm möglich, 1776 nach Rom zu reisen. Das erste Werk, das er in Marmor ausführte, war das Grabmonument des Grafen Tschernitschew für Moskau, das trotz seiner überhäuften Allegorie doch großen Beifall fand. T. erhielt 1789 von der Akademie in Berlin das Ehrendiplom, weil er ein figurenreiches Modell zu einem Monument für Friedrich d. Gr. eingeschickt hatte. In Rom führte er unter anderm die berühmten Büsten Goethes wei) und Herders (1789) und ein marmornes Denkmal Geßners aus. Arm, wie er gelebt, starb er 1793 zu Rom und wurde an der Pyramide des Cestius begraben. Seine besten Werke, die meistens antike, zum Teil aber auch biblische Stoffe behandeln, zeigen edle Formen, besonders wo es auf kraftvolle Darstellungen ankommt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 851Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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