Tropische Krankheiten heißen solche, die vorzugsweise in den Tropenländern herrschen und durch das denselben eigentümliche Klima bedingt werden. Die Veränderungen, welche besonders der Europäer dort in seinem physischen Zustande erleidet, sind zunächst Verminderung der Plastizität des Blutes, daher hier Entzündungen seltener entstehen, Wunden träger heilen, der Puls kleiner, weicher wird, Unterleibskrankheiten, akute Schleimflüsse sich leichter entwickeln. Dagegen geht in diesen Klimaten die Respiration der Lunge leichter vor sich, und die Anlage zu Katarrhen der Luftwege so- wie überhaupt zu Lungenkrankheiten verliert sich. Fernere Einwirkungen auf den Körper sind: Verblassen und Gelbwerden der Haut, Verschwinden der Wangenröte, Schwächung der Verdauung, infolge deren fette Speisen nicht vertragen werden, Eintritt größerer Trägheit, verminderter Lust zu Bewegungen und mit all diesem Abnahme des Interesses für höhere geistige Erregungen. Die hiernach in den Tropenländern am häufigsten sich entwickelnden Krankheiten sind: Erbrechen und Diarrhöe, Abdominalplethora oder Vollblütigkeit im Unterleibe, Leberentzündungen und Leberabsceesse, biliose oder Gallenfieber, sowie intermittierende Fieber, Hautkrankheiten. Von den Infektionskrankheiten kommen unter den Tropen namentlich Gelbfieber, Ruhr und Cholera, Denguefieber und bösartige Malariafieber vor. Litteratur. Friedemann, «über Arzneikunde und Akklimatisation in den Tropenländern und die vorzüglichsten Tropenkrankheiteno (Erlangen 1850); Sullivan, The endemic diseases of Tropicai climates with their treatmento (Lond. 1877); Wernich, «Geographisch-medizinische Studien nach den Erlebnissen einer Reise um die Erde⸗ (Berl. 1878); Falkenstein, «Arztlicher Ratgeber für Seeleute, Kolonisten und Reisende in südlichen Gegendeno (Berl. 1882).