Troploug (Raymond Theodore), franz. Jurist und Staatsmann, geb. 8. Okt. 1795 in St. Gaudens (Depart. Obergaronne), wurde Advokat, war dann königl. Staatsanwalt in Sartena (Corsica), hierauf Oberstaatsanwalt in Bastia, später in gleicher Stellung am Obergerichtshofe in Nancy, wurde 1833 Kammerpräsident an demselben Gerichtshofe, 1835 Rat am Cassationshofe in Paris. Im J. 1846 wurde er zur Pairswürde erhoben und 1848 zum ersten Präsidenten am pariser Appellationshofe ernannt. Nach Konstituierung des zweiten Kaiserreichs wurde er bei der Einsetzung des Senats (1852) mit einbegriffen, zuerst zum Vizepräsidenten, nachher (1854) zum Präsidenten dieses hohen Staatskörpers und 1858 auch zum Mitglied des kaiserl. Privatrats ernannt. T. starb 1. März 1869. Sein Hauptwerk ist das KDroit civil expliquér (28 Bde., Par. 1838—58), eine Fortsetzung von Touillers &Commentaire du code civilo. Bon“ den Hauptteilen, in welche das Werk zerfällt, sind folgende in wiederholten Auflagen erschienen: Des privilèges et hypotheques (4 Bde., 1833), De la vente (2 Bde., 1834), & De la prescriptions (2 Bde., 1835), 4Du contrat de mariage (4 Bde., 1850), 4Des donationso (4 Bde., 1855). —4 Troppau (slaw. Opara), Hauptstadt des gleichnamigen Herzogtums, sowie des österr. Kronlandes Schlesien, früher die Hauptstadt von ganz auder schlesien, an der Oppa, an der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn (Linie Schönbrunn-T.) und der Mährisch-Schlesischen Centralbahn (Linie Olmützist Sitz des Landesausschusses, der Landesregie-⸗ rung, eines Bezirks⸗ und eines Landesgerichts, einer Bezirkshauptmannschaft und anderer Behörden, und zählt ohne das mit der Stadt zusammenhängende, von 4292 E. bewohnte Katharinendorf (Kathrein) 1880 20562 E. Die im ganzen w gebaute, sehr reinliche Stadt besitzt eine eihe ansehnlicher Gebäude, sechs Kirchen, ein Obergymnasium, mit welchem eine Bibliothek (32000 Bande) und ein Museum mit schles. Naturalien und Altertümern verbunden ist, eine Oberrealschule, eine Handelsschule, ein Schlesisches Landesmuseum für Kunst und Gewerbe, eine Landesirrenanstalt, eine Lehrer⸗ und eine Lehrerinnenbildungsanstalt c. Die Fabrikthätigkeit erstreckt sich auf Rübenzucker, Fes- und Jute-Erzeugung, Tuchweberei und Liqueurbereitung. Unter den einzelnen Etablissements tritt besonders hervor das der Zuckerraffinerie-Aktiengesellschaft. Den Handels⸗ und Gewerbebetrieb unterstützen eine Filiale der Osterreichischen Nationalbank, eine Agentur der brünner Filiale der Osterreichischen Kreditanstalt und eine Aushilfskasse für Gewerbtreibende. In der Stadt T. fandvom 20. Okt. bis 20. Dez. 1820 ein Monarchenkongreß Kongreß von Troppau) statt, welcher die Befestigung und Ausbildung des polit. Zustandes von Europa seit 1815 zum ausgesprochenen Zweck hatte. Im wesentlichen handelte es sich jedoch, gegenüber dem Drange der Völker nach freiheitlichen Institutionen, um die Durchführung der Interventionspolitik der Heiligen Allianz. Doch kam es zu T. zu keiner Entscheidung, sondern erst auf dem Kongreß zu Laibach (s. d.). Das ehemalige schles. Fürstentum Troppanu kam mit der Croberung Schlesiens durch Friedrich d. Gr. zum Teil an Preußen. Dieser preuß. Anteil bildet die südwestl. Spitze der preuß. Provinz Schlesien und hat Leobschütz (s. d.) zum Hauptort. Vgl. Dudik, Des Herzogtums T. ehemalige Stellung zur Markgrafschaft Mähren⸗ (Wien 1857); Biermann, «Geschichte der Herzogtümer T. und Jägerndorf» (Troppau 1874). —Troquieren (frz.), soviel wie barattieren, s. unter Baratthandel.