FeedTugendbund
GeschichteBrockhaus 1882

Tugendbund, Name des Vereins, welcher im Frühjahr 1808 zu Königsberg von mehrern patriotischen Männern, Offizieren und Civilisten, gestiftet wurde und sich zum Zweck setzte; die durch das nationale Unglück verzweifelten Gemüter wieder aufzurichten, physisches und moralisches Elend zu lindern, für volkstümliche Jugenderziehung zu sorgen, die Reorganisation des Heers zu betreiben, Patriotismus und Anhänglichkeit an die Dynastie allenthalben zu pflegen u. s. w. Diesen offenen Bestrebungen reihte sich die geheime Tendenz an, das franz. Joch abzuschütteln oder wenigstens die Vorbereitungen hierzu zu treffen. Bald nahm der Verein auch Derder Königsbergs bedeutende Ausbreitung. Der Verein teilte sich in fünf Kammern: für Erziehung und Volksbildung, für öffentliche und häusliche Skonomie, für Polizei, Militär und Litteratur. An der Spitze stand ein hoher Rat von fünf Gliedern, deren eins als Censor über die Beobachtung der Gesetze wachte und die Streitigeiten schlichtete. Obwohl Friedrich Wilhelm III. sich genötigt sah, im Dez. 1809 die Auflösung des T. in einer Kabinettsordre zu befehlen, erlosch doch die Wirksamkeit des Vereins keineswegs, sondern jedes einzelne Glied blieb bestrebt, in seinem Kreise die patriotischen Zwecke zu fördern. Besonders Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XV. rward der Fortgang der preuß. Nationalbewaffnung seit der Wendung am Ende des J. 1812 eifrig und erfolgreich von ehemaligen Mitgliedern des Vereins tunterstützt. Als nach dem Siege der deutschen tSache polit. Mißstimmungen eintraten, begann die Reaktionspartei in Preußen die Verdächtigung „dieses längst aufgelösten, aber in seinen volkstümlichen Ideen noch fortwirkenden Bundes. Besonders war es der reaktionäre Geheimrat Schmalz, der hals Denunziant auftrat und dadurch unter anderm die Gegenschriften des Professors Krug (ehemals Censor des Vereins) hervorrief: «Das Wesen und Wirken des T.» (Lpz. 1816) und „Darstellung des „unter dem Namen des T. bekannten sittlich-wissenschaftlichen Vereins (Berl. 1816). Vgl. Vogt, Geschichte des sogenannten T.» (Berl. 1850); Lehmann, Der T.v (Berl. 1867). (s. d.) genannt seit der Verleihung derselben an die Königin Isabella II. von Spanien. Tuggurt, Hauptort der Oase Wad Righ am nördl. Rande der Wüste El-Erg oder Areg, gehört zur algerischen Provinz Konstantine, liegt 69 müber [dem Meere, ist von Mauern und Gräben umgeben, hat 20 Moscheen, Woll- und Seidenweberei, Handel mit Datteln, Gummi, Haiks und Fes und zählt etwa 5000 E., meist Berber. Im J. 1854 wurde T. von den Franzosen erobert. Die Oase Wad Righ ist ein Hauptlagerplatz für Karawanen, hat etwa 400000 Palmbäume und zählt 17000 E.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 897Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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