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ErdkundeBrockhaus 1882

Turan heißt seit den ältesten Zeiten, im Gegensatz zu dem pers. Tafellande Iran (s. d.), alles im Rorden desselben gelegene Land, sowohl die weite Tiefebene des Kaspischen und Aralsees, wie des untern Laufs der sich in den letztern ergießenden Ströme Oxus und Jaxartes oder Dschihon (Amu) und Sihon (Sir), als auch die östl. Bergländer. Auch jetzt noch wird der Name T. in dieser Ausdehnung, also gleichbedeutend mit Turkestan (s. d.) gebraucht, häufig aber nur auf die Tiefebene oder den größern westl. Teil von Turkestan beschränkt, andererseits aber zugleich auch auf die mit derselben ohne natürliche Grenzscheide zusammenhängende, im Norden von Sibirien, dem Uralgebirge und Uralstrome begrenzte Kirgisensteppe (s. Kirgisen), die etwa 1760000 akm einnimmt, ausgedehnt, wodurch dann das Areal von T. auf etwa 3500000 (mehr als ein Drittel von Curopa) erweitert wird. Das ganze turan. Tiefland ist ein Becken, das einst von einem Meere erfüllt gewesen zu sein scheint. In der altpers. Sagengeschichte tritt T., im Gegensatz zu Iran, dem Lande Ormuzds oder des Lichts, als Land Ahrimans oder der Finsternis auf, dessen rohe Völkerschaften oft verwüstend und erobernd in ran einfielen, wie noch vor ihrer Unterwerfung Lute Rublan die Raubhorden der Turkmanen stets das pers. Hochland bestürmten. ———— Völker und Sprachen, s. Ural-Altaische Völker und Sprachen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 907Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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