FeedTürkischrot
Sitten & ModeBrockhaus 1882

Türkischrot (Adrianopelrot, Indischrot), eine satte, feurige und höchst haltbare rote Farbe, welche auf Baumwolle mittels Krapp oder künstlichem Alizarin gefarbt wird. Der Name zeigt den orient. Ursprung an. In Europa ist die Türlischrotfärberei erst seit der Mitte des 18. Jahr einheimisch geworden. Gegenwärtig zeichnen si hierin Frankreich, die Schweiz, England und Schottland, in Deutschland besonders Elberfeld aus. Das Färben des T. ist mit vielen Schwierigkeiten verbunden, erfordert eigentümliche Behandlungen der Baumwolle und weitläufige Verfahrungsarten, die namentlich darauf zurückkommen, daß man das Baumwollzeug oder Garn mit einem Gemisch von saurem Olivenöl (Tournantöl) oder Ricinusöl, Pottasche und Wasser beizt, dann galliert (d. h. durch eine Abkochung von Galläpfeln oder Sumach zieht), hierauf mit Alaunlösung tränkt, ferner mit Abkochung von Krappwurzel oder Alizarinlösung ausfarbt und den gefärbten Stoff mit einer Mischung von Seifenlö ung und Zinnsalz Wafch oder rosiert. Das T. erleidet weder durch Waschen mit Seife, noch durch Luft und Sonnenlicht eine Abschwächung der Farbe.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 918Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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