Tuschmanier, bei den Franzosen dessin au lavis, ist ein technisches Verfahren, welches beim Zeichnen den übergang vom trockenen Zeichnen mit Kreide oder Stiften zum Malen bildet. Bei der T. kommt es besonders darauf an, die Lichter von dem reinen weißen Papier, welches den Grund bildet, wohl auszusparen; alles recht weich und duftig anzulegen, solange die Schatten noch naß sind; sie zu verwaschen, um die libergänge in das Licht ganz zart und verschmolzen herauszubringen; sie nicht eher wieder zu berühren, bis sie ganz trocken sind, und dann allmählich durch das stufenweise Auf—⸗ tragen von stärkern Schattentönen. in dunkeln Massen herauszubringen und die kleinern Partien hineinzuzeichnen. Durch ein sanftes Schraffieren und ein verschmelzendes Überarbeiten mit weichen Zügen werden die Schattenteile, die erst in ganzen Maffen angelegt wurden, ausgeführt und vollendet; sie bekommen dadurch die Klarheit, die allein Rundung und Tiefe hervorbringen kann. Ein zarter, genauer Umriß, weiche, saftige Schatten, zuletzt recht markige Drucker an den dunkelsten Stellen und recht rein erhaltene Lichter in den hellsten machen eine schöne getuschte Zeichnung