FeedTauschierarbeit
TechnikBrockhaus 1882

Tauschierarbeit, eine Art eingelegter Metallarbeit. Dieselbe wird meist mit Blattgold oder Blattsilber auf Eisen oder Bronze ausgeführt; indes kommen auch derartige aus einem Edelmetall hergestellte Verzierungen auf einem andern Edelmetall vor. Die Befestigung auf der zu diesem Zweck rauh gemachten Fläche geschieht nur durch Druck oder Schlag, nicht durch ein Bindemittel oder durch die Hitze des Feuers. Gewöhnlich ist die Zeichnung in das Grundmetall eingraviert, zuweilen so, daß die Vertiefungen unten ein wenig breiter als oben sind und daher die überstehenden Ränder das eingelegte Metall festhalten. Es lassen sich jedoch auch aus Gold-, resp. Silberfäden gebildete, oder aus feinem Blech ausgeschnittene Ornamente frei auf den rauh gemachten Grund auflegen; auch kann man den letztern nachträglich durch Atzung vertiefen, sodaß die Zeichnung erhaben hervortritt. Die ältesten Tauschierungen scheinen aus dem Orient zu stammen. Später geriet diese Technik in Vergessenheit; erst durch Benvenuto Cellini wurde dieselbe wieder eingeführt. Gegenwärtig wird die T. als ein Zweig der Goldschmiedekunst wieder allgemein geübt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 506Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 6

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Technik 6