Tympanitis (grch.) oder Trommelsucht, Windsucht(Meteorismus), ist eine krankhafte Austreibung des Unterleibes durch Ansammlung von Luft im Darmkanal (tympanitis intestinalis), seltener in dem vom Bauchfell unmittelbar eingeschlossenen Raume, im Bauchfellsack (tympanitis abdominalis). Im Darmkanal bildet sich die Luft durch abnorme Gärungen des Speisebreies, in die Bauchhöhle gelangt sie bei Durchbruch des Darms nach der Bauchhöhle. Anhäufungen der im Renem den Zustand siets im Darmkanal enthaltenen Luft kommen bei Verstopfung des Darmrohrs (durch Kotanhäufung, Brucheinklemmung, Darmlahmung) zu Stande. Die Darmgase Owerelaus Kohlensäure, Wasserstoff, Sumpfgas, Schwefelwasserstoff und Resten atmosphärischer Luft (Stickstoff und Sauerstoff); die Kohlenfäure macht den Hauptbestandteil aus. Die T. ist nicht bloß ein lästiger, unbehaglicher Zustand, sondern kann auch durch Erschwerung der Atmung selbst bedenkliche Zustände herbeiführen. Nach dem Genuß von viel frischem Futter erliegen oft ganze Herden von Grasfressern (Schafen) in kurzer Zeit der Trommelucht. Bei Eintritt der T. entleert man diesen Tieren das im Pansen enthaltene Gas durch einen Cinstich (mit dem Trokar, einem Messer u. dgl.). Beim Menschen erweisen sich Friktionen und Knetungen des Unterleibes, die sog. blähungtreibenden Mittel (Fenchel, Kamillen, Pfefferminzthee) und eröffnende Klystiere nützlich. Tympänum hieß bei den Griechen und Römern die mit einem hohlen, halbrund gewölbten Bauche oder Schallboden versehene Handpauke, die, ähnlich dem jetzigen Tamburin, mit der Hand amentdich und meist bei religiösen Feierlichkeiten, namentlich bei dem Gottesdienste der Cybele gebraucht wurde. In der Baukunst bezeichneten die Römer mit Tympanum einen flachen Körper, besonders aber ein dreieckiges, hölzernes Giebelfeld und die Verzierung an den Thüren oder Füllung der Thürflügel, während man jetzt darunter eine beckenförmige, gewöhnlich mit einem Standbild u. s. w. ausgefüllte Wandvertiefung versteht.