FeedÜbiquität
ReligionBrockhaus 1882

Übiquität (kirchenlat.) heißt in der Dogmatik die von den Lutheranern behauptete, von den Reformierten bestrittene Allgegenwart des Leibes Christi, durch welche schon Luther im großen Abendmahlsbekenntnis (1528) die wirkliche Gegenwart des Leibes Christi in den Abendmahlselementen zu begründen suchte. Doch wird von der absoluten U., vermöge deren die Menschheit Christi in raumloser Weise überall sein soll, wo seine Gottheit ist, die hypothetische U. oder die sog. Multipräsenz unterschieden, 2 welcher durcht seiner Mensch⸗ * nach in räumlicher, aber durch den Raum nicht egrenzter Weise an allen Orten gegenwärtig sein kann, wo er es verheißen hat zu sein, auch an mehrern Orten zugleich. Die absolute U. wurde durch die württemb. Theologen in dem von Joh. Brenz 1559 aufgesetzten Glaubensbekenntnisse zu einem Hauptpunkte der luth. Rechtgläubigkeit erhoben, während die sog. Multipräsenz unter den niedersächs. Theologen ihre Vertreter fand. Die Konkordienformel (s. d.) verteidigt die U. gegen die Reformierten, ohne zwischen den beiden Auffassungen dieser Lehre zu entscheiden. (S. Abendmahl. bungslager, s. unter La

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 945Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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