Uhrich (ZJean Malom Alexis), franz. Divisionsgeneral geb. 0 falzburg 15. Febr. 1802, wurde in der Militär chule von St.-Cyr erzogen, trat als Unterlieutenant in die Infanterie, war 1823—27 bei dem nach Spanien entsendeten Heere und wurde 1825 Lieutenant. Er ging 1834 als Kapitän-Adiutant-Major nach Algerien, wurde dort 1845 Oberstlieutenant, 1848 Oberst und 1852 Brigadegeneral. Als solcher zeichnete er sich 18. Juni 1855 bei dem Sturm auf den Malakow aus. Im ital. Kriege 1859 führte U. eine Division im Korps des ½½%• • Napoleon und kam deshalb nicht ins Geecht: 1867 wurde er in die Reserve der Generalität versetzt. Nach der Schlacht bei Wörth wurde I. im Aug. 1870 in den aktiven Dienst zurückberufen und als Gouverneur nach Straßburg gesendet. Er organisierte die Verteidigung dieser Festung unter sehr schwierigen Verhältnissen; denn die fortifikatorische Armierung war unvollständig und ein großer Teil der starken Besatzung bestand aus National- und Mobilgarde, Francs-Tireurs und cdesktoen ten. Die Festung wurde 11. Aug. eingeschlossen, vom 23. bis 29. Aug. bombardiert und vom 30. ab förmlich belagert; 15. Sept. wurde das Glacis gekrönt und 27. Sept. erfolgte die Kapitulation auf die Bedingungen von Sedan, nachdem zwei gangbare Breschen im Hauptwall vorhanden waren. Das Verhalten U.s wurde in Frankreich so abfällig beurteilt, daß dieser im Mai 1872 eine kriegsgerichtliche Untersuchung erbat. Diese fand indes nicht statt, sondern eine unter Marschall Baraguay d'Hilliers berufene Kommisston sprach einen Tadel gegen U. aus, weil er kapituliert habe, ohne vorher mehrere Stürme abgeschlagen zu baben, und weder die Fahnen und Munition vernichtet, noch die +½½ unbrauchbar gemacht habe. U. nahm hierau den Abschied und veröffentlichte zu seiner Rechtfertigung »Documents relatifs à la detense de Marschal (Par. 1872), deren Kenntnisnahme Marschall Baraguay abgelehnt hatte. Er starb 9. Okt. 1886 in Passo Waritj