FeedUnteroffizier
GeschichteBrockhaus 1882

Unteroffizier heißt die Charge der militärischen Vorgesetzten vom Feldwebel einschließlich abwärts. Zu derselben gehören die Feldwebel (Wachtmeister), die Portepeefähnriche, Oberfeuerwerker, Feuerwerker, Capitaindarmes (Quartiermeister), Sergeanten, Korporale und in manchen Armeen auch die Oberefreiten und Gefreiten. Die U. führen die kleinsten bteilungen des Truppenteils, tragen besondere Abzeichen, beteiligen sich im Kampfe aber an allen Thätigkeiten des gemeinen Soldaten. Sie ergänzen sich durch Freiwillige, Zöglinge der Militär-Erziehungsinstitute und diegewandtern Mannschaften, bilden als Mittelglied zwischen Offizieren und Mannschaften ein überaus wichtiges Element für Geist und Haltung der Truppen und müssen daher sorgfältig ausgewählt und ausgebildet werden. Unteroffizierschulen haben die Aufgabe, junge Leute, die sich der Militärlaufbahn widmen wollen, zu Unteroffizieren für das stehende Heer heranzubilden. Für die preußische Armee bestehen die U. zu Potsdam, Jülich, Biebrich, Weißenfels, Ettlingen und Marienwerder; für die sächsische Armee die U. zu Marienberg. Zur Aufnahme gehört, daß der Betreffende zwischen 17 und 20 Jahren alt, daß er vollkommen dienstbrauchbar ist und sich verpflichtet, für jedes Jahr in der Schule zwei Jahre im stehenden Heere, abgesehen von der all-Lusentha Dienstverpflichtung, zu dienen. Der ufenthalt in der Schule dauert drei Jahre und strebt dahin, die Zöglinge zu befähigen, die bevorzugtern Stellen des Unteroffiziergrades (Feldwebel u. s. w.) zu erlangen. Nur die vorzüglichsten Eleven werden bei ihrem Ausscheiden aus der Schule sogleich als Unteroffiziere der Armee angestellt, die übrigen müssen sich vorher noch im praktischen Truppendienst bewähren.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 51Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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