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ErdkundeBrockhaus 1882

Ural, der Fluß, ehemals Jaik genannt, entspringt unter 54 nördl. Br. in dem nördl. Teile des Südlichen oder Orenburgischen Uralgebirges und mündet nach einem 1530 (nach Strelbitzkij 2328) km langem Laufe, auf welchem er die Grenze zwischen Europa und Asien bildet, unter 48 nördl. Br. bei Gurjew in das Kaspische Meer. Er entsteht aus mehrern Hauptauellflüssen. Sein oberer Lauf ist nach Süden gerichtet in einem breiten Längenthal des Uralgebirges, geht über Werchne-Uralsk und endet bei der Festung Orsk oder Orskaja. Sein nach Westen gerichteter mittlerer Lauf 9181 in vielen kleinen Windungen über Orenburg is Uralsk durch die breiten magern Steppenflächen, die dem Südfuß des uralischen Gebirges zur Basis dienen. Bei Uralsk wendet er sich wieder gegen Süden und hier beginnt sein unterer Lauf durch die niedrigen Salzsteppen, die bereits unter dem Meeresniveau liegen. Die teils bewaldete, teils morastige Niederung des Stromlaufs wird von den Frühlingswässern überschwemmt. Das sumpfige Delta, dessen östlicher, bei Gurjsew mündender Arm für große Fahrzeuge schiffbar ist, beginnt 65 EKm oberhalb der Mündung. Rechts nimmt der U. nahe unterhalb Orenburg die 425 Km lange Sakmara, links bei Ilezkoi den ebenso langen Ilek aus der Kirgisensteppe auf, an welchem das bedeutende Ilezkische Steinsalzwerk liegt. Bei Orenburg ist der Strom vom 25. Okt. bis zum 7. April (alten Stils) gefroren. Vermöge sees Wasserreichtums und der Klippenlosigkeit seines Bettes kann der U. schon von Werchne-Uralsk an beschifft werden und trägt von Orenburg an sehr ansehnliche Fahrzeuge. Jedoch hat der U. infolge seiner solierung inmitten unwirtbarer Steppen nur die edeutung einer schützenden Grenzscheide, die, verstärkt durch eine Reihe von Festungen und Kosakenstationen, die sog. Uralische oder Orenburger Linie bildet. Außerdem ist der U. sehr reich an Fischen, besonders an Stören und Sterletten, aus deren Rogen man Kaviar bereitet; er liefert an Sihpe ur d jährlich für 152 Mill. Rubel. In der Steppe auf dem rechten Ufer des U. bis an das Kaspische Meer wohnen die Uralischen Kosaken und einzelne nomadisierende Kalmücken. Das linke Ufer bewohnen die Kirgisen, die sich der russ. Oberhoheit bereits unterworfen haben. Das Land der renburger Kosaken am obern und am mittlern U. bis Rossypnaja steht unter dem Gouverneur von Orenburg, das Land der Uralischen Kosaken dagegen, von Ilezkoi abwärts, unter dem Gouvernement von Uralsk.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 59Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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