Usteri (Paulus), schweiz. Staatsmann und Schriftsteller, geb. zu Zürich 14. Febr. 1768, war der Sohn des um die Verbesserung des züricher Schulwesens hochverdienten und als theol. Schriftsteller bekannten Chorherrn und Professors Leonhard U. (geb. 1741, gest. 1789). Er studierte Medizin und begann dann in Zürich zu praktizieren. Seit 1797 Mitglied des Großen Rats, wurde er bei dem Wechsel der Staatsform als Abgeordneter des Kantons Zürich in den Senat der helvet. Regierung gewählt, wo er drei Jahre lang im Einverständnis mit seinem Freunde Escher von der Linth wirkte. Im J. 1801 wurde er in den Vollziehungsrat gewählt, jedoch im Oktober desselben Jahres von der Regierung entfernt, 1802 aber wieder als Abgeordneter seines Kantons zu der Konsulta nach Paris gesendet und zum Mitglied ihrer Zehner-Kommission für die Konferenzen mit dem Oberhaupte Frankreichs erwählt. Während der Mediationsverfassung war er Mitglied des Kleinen Rats und seit der Konstitution von 1814 Staatsrat des Kantons Zürich. Bei der neuen Organisation des Kantons 1831 wurde er zunächst als erstes Mitglied in den Regierungsrat, dann zum ersten Bürgermeister und endlich zum Präsidenten des Großen Rats ernannt. Doch starb er schon 9. April 1831. Mit Escher von der Linth besorgte U. die Herausgabe des Tageblatts Der schweiz. Republikaner» (1798—1803), des reichhaltigsten Archivs für die Geschichte der Schweiz. Ein bleibendes Verdienst erwarb er sich durch sein „Schweiz. Staatsrechte (deutsch und franz., 3. Aufl., 2 Bde., Aarau 1815—31). Seine «Kleinen gesammelten Schriftene (Aarau 1832) enthalten seine Vorträge und Berichte von 1791 bis 1828.