FeedVadianus (Joachim)
ReligionBrockhaus 1882

Vadianus (Joachim), eigentlich von Watt, schweiz. Humanist, geb. 30. Dez. 1484 in St. Gallen, studierte in Wien, machte dann größere Reisen, wurde 1514 Professor in Wien und kehrte 1518 als Arzt in seine Vaterstadt St. Gallen zurück. Mit Zwingli innig befreundet, mit Luther und Erasmus im Briefwechsel stehend, war er ein Hauptbeförderer der Reformation und nahm an verschiedenen Religionsgesprächen teil, namentlich seit er 1526 Bürgermeister geworden war. Er starb 6. April 1551. V. hat eine große Anzahl Gedichte verfaßt, aber auch wissenschaftliche Werke, die sich teils mit poetischen Fragen, teils mit theol. Gegenständen beschäftigen. Sein Hauptwerk ist die von ihm handschriftlich hinterlassene Chronik der Abte von St. Gallen », die von Götzinger in „V. deutschen histor. Schriften (St. Gallen 1875, 1877) herausgegeben wurde; außerdem sind hervorzuheben: KCommentarii in Pomponium Melamo (Wien 1518), «Aphorismorum libri VI de consideratione eucharistiaen (Zür. 1516) und die gegen Schwenkfeld gerichteten Streitschriften und Briefe. Vgl. Pressel, Joachim V.r (Elberf. 1861); Stähelin, «Die reformatorische Wirksamkeit V.5 (Bas. 1882).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 96Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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