Vahlen (Joh.), namhafter Philolog, geb. zu Bonn 27. Sept. 1830, studierte daselbst Philologie, trat dann am bonner Gymnasium als Schulamtskandidat ein, habilitierte sich im Herbst 1851 an der dortigen Universität, wurde 1856 außerord. Professor der klassischen Altertumskunde in Breslau, Anfang 1858 ord. Professor in Freiburg i. Br. und im Juli desselben 909.8 in Wien, wo er zugleich Direktor des philol. Seminars und Mitglied der wissenschaftlichen Prüfungskommission wurde. Seit 1862 ist V. wirkliches Mitglied der kaiserl. Akademie der Wissenschaften in Wien. Im J. 1874 folgte er einem Rufe nach Berlin an Moritz Haupts Stelle. Auch hier wurde er zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften ernannt. Von Vis philol. Arbeiten sind zu nennen: Ennianae poesis reliquiaes (Lpz. 1854), Naevii de bello Punico reliquiae (Lpz. 1854), 4Ulpiani liber regularumo (Bonn 1856), «In Varronis saturarum Menippearum coniectanea (Lpz. 1858), Analecta Noniana (Lpz. 1860), Lorenzo Vallas (Wien 1864; 2. Aufl., Berl. 1870), KLaurentii Vallae opuscula (3 Hefte, Wien 1864), „Beiträge zu Aristoteles' Poetik o (4 Hefte, Wien 1865—67), Aristotelische Aufsätzen (3 Hefte, Wien 1872), die kritische Ausgabe von Aristoteles' «De arte poeticas (3. Aufl., Lpz. 1885), &Cicero de legibus » (2. Aufl., Berl. 1883), «Plauti Menaechmi (Berl. 1882). Auch war V. längere Zeit Mitherausgeber der «Zeitschrift für österr. Gymnasien » und später der philol. Zeitschrift «Hermes».