Vaillant (Jean Baptiste Philibert, Graf), franz. Marschall, geb. zu Dijon 6. Dez. 1790, besuchte die Polytechnische Schule und wurde 1809 zum Unterlieutenant im Geniekorps, 1811 zum Lieutenant beim Sappeurbataillon in Danzig ernannt. Im russ. Feldzuge Adjutant des Generals Haxo, wurde er 1813 bei Kulm gefangen und nahm an den Feldzügen von 1814 und 1815 teil. Als Bataillonschef machte er 1830 den Zug nach Algier mit, wo ihm bei der Belagerung des Kaiserforts eine Kartätsche das Bein zerschmetterte. Als Oberstlieutenant war er bei den Expeditionen nach Belgien 1831 und 1832, namentlich bei der Belagerung von Antwerpen. Er stieg dann zum Obersten im Geniestabe und später zum Kommandanten des 2. Genieregiments auf, war 1837 und 1838 Festungsdirektor in Algier, wurde Generalmajor und Direktor der Polytechnischen Schule, 184⁵ Generallieutenant und übernahm die oberste Leitung der pariser Festungsbauten. Im Mai 1849 leitete V. den Ingenieurangriff auf Rom und empfing die Marschallswürde. Er erhielt 1849 das Großkreuz der Ehrenlegion und übernahm, als der Kriegsminister Saint⸗-Arnaud an die Spitze der Orientarmee gestellt wurde, 1854 das Kriegsministerium. Im J. 1859 war V. Majorgeneral der Armee im ital. Feldzuge, dann Oberbefehlshaber der dort verbleibenden Occupationsarmee und wurde 1860 Minister des kaiserl. Hauses, im Jan. 1864 daneben Großkanzler der Ehrenlegion. Er trat nach dem Sturze des Kaiserreichs von jeder öffentlichen Thätigkeit zurück, wurde jedoch Okt. 1870 aus Frankreich verbannt. Nach dem Friedensschlusse kehrte V. im Frühjahr 1871 nach Paris zurück und starb daselbst 4. Juni 1872. Seine Leiche wurde in Dijon beigesetzt. V. schrieb Siôge de Rome (Par. 1851).