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Sagen & MythenBrockhaus 1882

Valerius Antias erzählte zur Zeit Sullas in sehr ausführlichen Annalen, die bald annales bald historiae genannt werden, in wenigstens 75 Büchern die röm. Geschichte von der Gründung der Stadt an. Er hat aber durch willkürliche Zahlenangaben, Ausmalungen und Erdichtungen, namientlich zum Vorteil seines, des Valerischen Geschlechts, die Geschichte vielfach entstellt und so, da Livius und Dionys ihn sehr stark benutzten, einen schädlichen Einfluß auf die röm. Geschichtschreibung gehabt. Die Fragmente sind zuletzt von Peter in Historicorum Romanorum fragmenta (Lpz. 1883) und Historicorum Romanorum reliquiaes (Bd. 1, Lpz. 1870) gesammelt worden. Lucius Valerius 2051 508· Anhänger des Marius und nach dem Tode desselben 86 Konsul mit Cinna, sollte in Griechenland und Asien den Krieg einerseits gegen Mithridates, andererseits egen Sulla führen, wurde aber von seinem eigenen egaten Flavius Fimbria 85 in Asien ermordet. Lucius Valerius Flaccus, der Sohn des vorigen, unterstützte 63 als Prätor den Cicero bei Unterdrückung der catilinarischen Verschwörung und wurde von diesem 59 in einer noch vorhandenen Rede gegen die Anklage der Erpressung während der Verwaltung der Provinz Asia 62 verteidigt. Über Valerius Messala, den Freund des Augustus, s. Messala. Die übrigen Valerier der Kaiserzeit, soweit sie der Aristokratie angehören, sind von untergeordneter Bedeutung, mit Ausnahme des Valerius Asiaticus, der, ein gallischer Provinziale aus Vienna, in Rom als Günstling Caligulas es vor 41 v. Chr. zum Konsulat brachte, dann, durch denselben schwer beleidigt, zur Ermordung Caligulas mithalf und dabei sogar Absichten auf den Thron hegte. Auch bei dem Nachfolger Caligulas, Claudius, stand er in Gunst. Er wurde 46 zum zweiten mal Konsul, siel aber wegen seines außerordentlichen Reichtums und als Besitzer der prächtigen Gärten des Lucullus der Habsucht der Messalina zum Opfer. Gajus Valerius Flaccus, röm. Dichter, Zeitgenosse des Quintilian, von dem er mit Achtung genannt wird, starb 89 n. Chr. noch in jungen Jahren. Sein unvollendet gebliebenes Epos «Argonauticar (Die Argonautenfahrte), in acht Büchern, ist eine Nachbildung des gleichnamigen Epos des Griechen Apollonius (s. d.) von Rhodus, die in einigen Beziehungen über dem Original steht. Doch thut die alexandrinische Art der Dichtung, die sich schon in der Wahl des undankbaren Stoffs zeigt, dem dichterischen Gehalt Eintrag. Ausgaben davon lieferten Heinsius (Amsterd. 1680), Burmann (Sammelausg., Leid. 1724), Weber im Corpus poctarum Latinorumo (Frankf. 1833), Thilo (Halle 1863), Schenkl (Berl. 1871), Bährens (Lpz. 1875). libersetzt wurde das Gedicht von Wunderlich (Erfurt 1805). Zuletzt war noch ein Valerius Messalla Präfectus Prätorio zu Rom unter Theodosius I. und Honorius (bis 403), Freund des jüngern Symmachus und einer der letzten Vertreter des Heidentums unter der röm. Aristokratie.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 105Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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