Valerianus (Publius Aurelius Licinius Valerius), röm. Kaiser, 253—260, Römer aus vornehmem Geschlecht, hatte sich als tüchtiger Feldherr erwiesen und war 238 princeps Senatus, dann unter Kaiser Decius bei vorübergehender Erneuerung der Censur (251) Censor gewesen. Nachher Statthalter in Rätien und Noricum, wurde er 253, ein 63jähriger Mann, als Amilianus in Mösien zum Gegenkaiser gegen Gallus sich erhob, mit den in Gallien und am Rheine stehenden Legionen von Gallus nach Italien zu Hilfe gerufen, unterwegs von seinen Truppen als Kaiser begrüßt und nachher, als Gallus und Ämilianus von ihren Soldaten erschlagen worden, von allen Heeren als Kaiser gegen Mitte des J. 254 anerkannt; nun herrschte er mit seinem Sohne Gallienus, den er selg Mitregenten ernannte. Allein so tüchtig V. elbst war, der Verwirrung des Reichs, die unter Gallienus ihren Gipfel erreichte, vermochte er nicht mehr Meister zu werden. Im Innern wütete eine Pest, in Italien fielen die Alamannen ein, in Gallien die Franken, in Dacien, Mösien und Kleinasien die Goten, in den östl. Provinzen seit 254 die Perser unter Sapor J. Die gegen diese verschiedenen Feinde ausgeschickten Feldherren, wie Ingenus in nnonien, Posthumus in Gallien, erhoben sich als Gegenkaiser. V. fiel endlich selbst, indem er seit 259 den Krieg gegen die Perser führte, durch Verrat bei Edessa 260 in die Hände des Königs Sapor und fand nach der unwürdigsten Behandlung 266 oder 269 zu Schuster (Susa) in der Gefangenschaft den Tod. [Mont-⸗Valérien.