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ErdkundeBrockhaus 1882

Velletri, Stadt und Hauptort eines Bezirks in der ital. Provinz Rom, 40 km südöstlich von Rom, auf einem Vorsprung des Monte-Artemisio, an der Appischen Straße, Station der Eisenbahn Rom-Neapel, ist Sitz des Bischofs von Ostia Velletri, welcher stets die Würde des Kardinaldekans bekleidet, und zählt (1881) 15 763 E. Velitrae, wie es im Altertume hieß, war ursprünglich eine bedeutende Stadt der Latiner, im 5. und 4. vorchristl. Jahrh. aber eine der wichtigsten Städte der Volster, welche 494 v. Chr. dem latinischen Bunde beitrat; nach dem Sturze des Latinerbundes (338 v. Chr.) verlor sie ihre Unabhängigkeit und ihre Mauern und wurde eine röm. Gemeinde cäritischen Rechts. Hier schlug 1744 König Karl III. die Kaiserlichen und 19. Mai 1849 Garibaldi die Neapolitaner. Auf dem neuen Friedhofe erinnert eine 1883 errichtete Siegessäule an das letztere Gefecht. Die Stadt (mittellat. auch Velletrum) liefert trefflichen Wein, hat aber außer der Domkirche San-Clemente, dem imposanten Regierungspalast und Palazzo Ginetti wenig Bedeutendes. Das Museum im Palast Borgia ist teils nach Rom, teils nach Neapel gekommen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 142Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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