Verboeckhoven (Eugene Joseph), belg. Tiermaler, geb. 8. Juni 1798 zu Warneton in Westflandern, wurde von seinem Vater, einem in Brüssel ansässigen Bildhauer, in den Anfängen der Zeichen⸗ und Bossierkunst unterrichtet, wobei sich frühzeitig sein Talent für Darstellung der Tiere bekundete. Als besonders vortrefflich rühmt man seine Schafe, Esel und Rehe, deren charakteristische Eigentümlichkeiten er mit merkwürdiger Treue wiedergab. Seine Ausführung, zumal in seinen kleinern Stücken, ist höchst sorgfältig. Bisweilen verband er sich mit andern Künstlern, z. B. dem ältern De Notter, dessen Städteansichten er mit Tieren und Figuren staffierte. Ein großes Bild dieser Art, der Viehmarkt zu Gent (1821), legte vorzüglich den Grund zu seinem Rufe. Im J. 1847 ließ er sich in Brüssel nieder und starb daselbst 19. Jan. 1881. Zu seinen namhaftern Werken gehören: die vom Gewitter überraschte Schafherde (im leipziger Museum), die von Wölfen angefallenen Pferde (1836), die Viehherde in der röm. Campagna (1845) u. s. w. Auch lieferte er eine Reihenfolge Radierungen, Etudes à l'eau-forten (Brüss. 1839, 22 Blätter), und zwei Sammlungen Originallithographien, Etudes de paysageso (Brüss. 1839, 15 Stück) und „Etudes d'animauxo (Brüss. 1844, 13 Stüch.