Verstählen heißt das Verfahren, aus weichem Eisen geschmiedete Gegenstände mit Stahl zu verbinden oder oberflächlich in Stahl überzuführen. Im erstern Falle wird an den Stellen, welche der Härte bedürfen (3. B. bei Amboßen und Hämmern auf der Bahn, bei Schneideinstrumenten in der Nähe der Schneide), Stahl an⸗ oder aufgeschweißt, was man auch Anstählen oder Vorstählen nennt. Im zweiten Falle glüht man die Gegenstände längere Zeit in einer Umgebung von Kohlenpulver, wovon sie Kohlenstoff aufnehmen und oberflächlich zu Stahl werden (das sog. Einsetzen), oder bestreut sie im glühenden Zustande mit gepulvertem gelben Blutlaugensalz, wodurch gleichfalls eine dünne Stahlschicht sich bildet. Uneigentlich spricht man vom V. gestochener Kupferplatten, wenn man auf dieselben auf galvanoplastischem Wege eine äußerst dünne Schicht reinen Eisens niederschlägt, wonach sie eine viel größere Anzahl Abdrücke aushalten. Ist die zwar sehr dünne, aber dennoch äußerst harte Eisenschicht, welche 5000 —15000 Abdrücke aushält, abgenutzt, so kann die nämliche Platte beliebig oft von neuem verstählt werden, ohne daß sie irgendwie darunter leidet.