Verstauchen (szubluxatio, distorsio) bezeichnet in der Chirurgie die gewaltsame, aber nur unvollständige Trennung der Gelenkflächen der Knochen voneinander. Nicht selten ist die Verstauchung mit Zerreißung von Gelenkteilen und mit Blutaustretung verbunden, auch zieht sie gar nicht selten, rzumal wenn das Glied nach der Verstauchung nicht geschont wird, Entzündung des Gelenks mit ihren Folgen nach sich. Jede heftigere Verstauchung verlangt, um schädliche Folgen zu verhüten, die größte Ruhe des Gelenks (Anlegen eines Verbandes) und kalte Uberschläge, solange als noch Schmerz vorhanden ist; bei erheblicherer Anschwellung leistet auch das Massieren der verstauchten Gelenkgegend vortreffliche Dienste. (S. Massage.) Bei ungeeigneter Behandlung kann jede Verstauchung eine Habnorme Beweglichkeit des betreffenden Gliedes zurücklassen, die unter Umständen, namentlich am Fußgelenk, häufige Rückfälle zur Folge haben kann.